Ihr Lieben…
… falls ihr euch noch an mich erinnert: Philipp Meier, damals an der Märzengasse… und wie es so ist beim Durchlesen eurer Beiträge: Wie Röbi sagt, laufen da Filme ab, oder ganze Serien…
Auch ich war bei Fräulein (!!) Keller, habe sie geliebt und mich insgeheim gefürchtet vor den 3.-Klässlern hinten im Zimmer… die waren sooo gross und stark und klug… Dann eben Fräulein 🙂 Hitz, streng, wie Richard sagt – aber sie hatte einen unermesslichen Vorzug: Sie verteilte Kropfzeltli – offenbar waren damals Kröpfe noch ein Thema. Dafür nahm man ihre Art in Kauf. Die Teile waren in einer besonderen Büchse im Materialkasten, und immer Samstags war das ein heiliger Höhepunkt.
Berger? Hat bei mir einen Bonus… er liess meine Sauschrift gelten und verteidigte das sogar gegenüber meinen gestrengen Eltern: “Es wird glich öppis rächts us em”. Hatten wir wirklich Schwimmen bei ihm? Ich meine, erst in der Bez so halbwegs zappeln gelernt zu haben? Aber sonst stimmt schon, was Richard sagt: Die Lehrer waren Könige und ihr Wort war Gesetz; wer ihnen nicht passte, musste leiden. Tatzen, in die Ecke stehen, Abschreiben…
Ja, die Religion! Sie war auf eine uns Kindern unverständliche Art ein Thema, und wie Richard sagt, glaubten wir all das unverständlichen Geschwurbel aus dem Katechismus; es war so, gottgegeben. Prozessionen fanden statt, Missionstage, der Sonntag war heilig… zwischen Katholiken und Reformierten mussten Welten liegen (ich wusste zwar nicht welche, aber sie schienen da zu sein). Kaum zu glauben, dass das erst 50, 60 Jahre her ist!

Herzlich
Philipp